Neuregelung bei der Abschreibung ab 01.01.2016


Die bisher in §8 Abs 1 EStG angeführten Nutzungsdauern bei verschiedenen betrieblich genutzten Gebäuden wird abgeändert. Ohne entsprechenden Nachweis beträgt die Abschreibung bei Gebäuden bis zu 2,5%. Bei für Wohnzwecke überlassenen Gebäuden beträgt die Abschreibung ohne Nachweis der Nutzungsdauer bis zu 1,5%. Die Neuregelung ist erstmals für nach dem 31.12.2015 beginnende Wirtschaftsjahre zu beachten.

Die Erläuterungen führen aus, dass sich die Abschreibung daher bereits ab 2016 entweder erhöht oder reduziert, wenn ein von 2,5% abweichender Abschreibungssatz verwendet wurde. Folglich kommt es auch für bestehende Gebäude zu einer Änderung der Nutzungsdauer.

Die Erläuterungen gehen auch von einer höheren Abschreibung aus, wenn bisher beispielsweise der 2%ige Steuersatz herangezogen wurde. Der Gesetzestext spricht aber von einer Abschreibung bis zu 2,5%. Das soll anscheinend nicht einschränkend ausgelegt werden, und folglich ist eine Erhöhung auf 2,5% zulässig, wenn bisher 2% verwendet wurden.

War die Nutzungsdauer im Einzelfall nachgewiesen, tritt keine Änderung ein (bspw. Mittels Gutachten).

Die im außerbetrieblichen Bereich eingeführte verpflichtende Aufteilung von Grund/Boden und Gebäuden im Verhältnis 40/60 statt bisher 20/80 ist im betrieblichen Bereich nicht vorgesehen.

Beispiel: Im Jahr 2000 wurde ein Wohngebäude für den außerbetrieblichen Bereich (Vermietung) um € 1.000.000,- angeschafft. Der Gebäudeanteil beträgt € 800.000,- und wurde mit 2% pro Jahr abgeschrieben (= € 16.000,-). Der Restbuchwert beträgt zum 31.12.2015 € 544.000,-. Die Restnutzungsdauer von 34 Jahren verlängert sich um 16,67 Jahre auf 50,67. Somit ist der Restbuchwert über diesen Zeitraum abzuschreiben, die neue Abschreibung beträgt ab 2016 € 10.736,84 pro Jahr.